UBI Funksimulator – Binnenfunk online üben
Das UBI ist das Sprechfunkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk. Im Simulator übst du den Funkverkehr so, wie er auf Rhein und Kanälen klingt: Du sprichst die Meldung ins Mikrofon, die KI antwortet als Gegenstelle – etwa als Revierzentrale – und wertet aus, was du tatsächlich gesagt hast. Ein Funkgerät-Simulator im Browser – ohne Installation, auf Handy und Rechner.
Was im praktischen Teil der UBI-Prüfung zählt
Im praktischen Teil setzt du Meldungen ab und nimmst sie auf – in der richtigen Reihenfolge, mit den festen Kennwörtern und vollständig. Die Prüfung läuft auf Deutsch. Wie die Prüfung insgesamt aufgebaut ist, steht unter UBI Funkzeugnis.
Die Reihenfolge einer Notmeldung kann man auswendig lernen. Sie unter Druck frei zu sprechen, ist etwas anderes. Deshalb gibt es hier kein Anklicken vorgefertigter Sätze: Du drückst die Sprechtaste, sprichst die Meldung und bekommst eine Rückmeldung zu genau dem, was du gesagt hast.
Binnenfunk ist nicht Seefunk
Im Binnenschifffahrtsfunk ist der Funkverkehr in Verkehrskreise gegliedert. Welchen Kanal du wählst, hängt davon ab, mit wem du sprichst:
- Schiff – Schiff – Absprachen zwischen Fahrzeugen, etwa bei Begegnungen und Überholmanövern
- Nautische Information – Funkverkehr mit den Revier- und Verkehrszentralen, etwa Verkehrslage und Wasserstände
- Schiff – Hafenbehörde – Funkverkehr mit Häfen und Hafenbehörden
- Funkverkehr an Bord – Verständigung innerhalb der eigenen Schiffsbesatzung
Dazu kommen Unterschiede in der Sprache der Meldungen: Positionen nennst du als Stromkilometer statt in Breite und Länge, dein Fahrzeug identifizierst du mit Schiffstyp, Schiffsname und Rufzeichen, und die Meldung endet mit „BITTE KOMMEN“ statt „OVER“. Eine DSC-Alarmierung wie im Seefunk gibt es in den UBI-Szenarien nicht. Wie sich die beiden Zeugnisse unterscheiden, steht unter SRC oder UBI?.
Die 8 Szenarien für den Binnenfunk
Im Simulator wählst du oben den Bereich Binnenfunk (UBI). Dort findest du 8 Szenarien:
- Notverkehr – Notruf absetzen, Notruf bestätigen, Notruf weiterleiten, Funkstille gebieten, Notverkehr beenden
- Dringlichkeit – PAN PAN nach einem Maschinenausfall, mit der Bitte um Schlepphilfe
- Sicherheit – SECURITÉ-Meldung über ein treibendes Hindernis im Fahrwasser
- Routine – Verkehrsinformationen bei der Revierzentrale erfragen
Die Lagen spielen auf Binnengewässern: Positionen werden als Stromkilometer angegeben, etwa „Rhein km 540,3“ oder „Mittellandkanal km 178,1“. Insgesamt enthält der Simulator 37 Szenarien; die übrigen gehören zum SRC Funksimulator für den Seefunk.
Beispiele aus dem Simulator
Drei der Aufgaben, so wie sie ein vollständiger Funkspruch abdeckt. Die Bestandteile entsprechen dem, was der Simulator auswertet.
Notruf: Wassereinbruch auf dem Rhein
Sportboot LOTTE, Rufzeichen DA5678, drei Personen an Bord, starker Wassereinbruch nach einer Kollision:
MAYDAY MAYDAY MAYDAY
THIS IS SPORTBOOT LOTTE SPORTBOOT LOTTE SPORTBOOT LOTTE, DELTA ALFA 5678
MAYDAY
SPORTBOOT LOTTE, DELTA ALFA 5678
POSITION RHEIN KILOMETER 540,3, RECHTES UFER
STARKER WASSEREINBRUCH NACH KOLLISION, DREI PERSONEN AN BORD
ICH BENÖTIGE SOFORTIGE HILFE
BITTE KOMMEN
Dringlichkeit: Maschinenausfall im Kanal
Motorschiff HAVELSTERN, Rufzeichen DB2932, Maschinenausfall, Schlepphilfe benötigt:
PAN PAN, PAN PAN, PAN PAN
AN ALLE FUNKSTELLEN, AN ALLE FUNKSTELLEN, AN ALLE FUNKSTELLEN
THIS IS MOTORSCHIFF HAVELSTERN MOTORSCHIFF HAVELSTERN MOTORSCHIFF HAVELSTERN, DELTA BRAVO 2932
POSITION MITTELLANDKANAL KILOMETER 178,1
MASCHINENAUSFALL, ICH BENÖTIGE SCHLEPPHILFE
BITTE KOMMEN
Routine: Anruf bei der Revierzentrale
Dasselbe Schiff fragt bei der Revierzentrale Magdeburg die Verkehrslage ab:
MAGDEBURG REVIERZENTRALE
HIER IST MOTORSCHIFF HAVELSTERN MOTORSCHIFF HAVELSTERN MOTORSCHIFF HAVELSTERN, DELTA BRAVO 2932
POSITION MITTELLANDKANAL KILOMETER 178,1
ICH ERBITTE VERKEHRSINFORMATIONEN
BITTE KOMMEN
Typische Fehler im UBI-Funkverkehr
- Schiffstyp vergessen – im Binnenfunk gehört er zur Identifizierung: „Motorschiff Havelstern“, nicht nur „Havelstern“.
- Schiffstyp und Schiffsname im Anruf nur einmal genannt – im Anruf wird das Paar dreimal gesprochen: „Motorschiff Havelstern, Motorschiff Havelstern, Motorschiff Havelstern“.
- Position aus dem Seefunk übernommen – auf dem Binnengewässer ist die Position der Stromkilometer, bei Bedarf mit Uferseite.
- „OVER“ statt „BITTE KOMMEN“ – der Binnenfunk läuft auf Deutsch, auch beim Abschluss.
- Losgesprochen, ohne den Kanal zu prüfen – erst hören, ob der Kanal frei ist, dann senden.
Funkgerätsimulator: sprechen und bedienen
Der Schwerpunkt liegt auf dem Sprechen. Als Funkgerätsimulator ist die App bewusst generisch: Das Gerät auf dem Bildschirm ist schematisch, es gibt sehr viele Modelle, der Ablauf ist aber überall derselbe. Du lernst also den Ablauf, nicht die Tastenbelegung eines einzelnen Geräts.
Auf dem Desktop gehst du vor dem Notruf diese Schritte am Gerät durch:
- Den richtigen Kanal wählen
- Prüfen, ob der Kanal frei ist (SQL Regler runter drehen)
- Funkspruch über die PTT-Taste absetzen
Auf dem Handy ist das Gerät vereinfacht: Kanal, Sendeleistung und Kanalprüfung stellst du über Auswahlfelder ein, danach sprichst du den Funkspruch. Das echte Gerät deiner Prüfungsstelle ersetzt beides nicht – das lernst du im Kurs kennen.
Was nach jedem Funkspruch ausgewertet wird
Nach jedem Durchgang siehst du die einzelnen Bestandteile deiner Meldung: Kennwort und wie oft es genannt wurde, Schiffstyp und Schiffsname, Rufzeichen, Position, Art des Notfalls, Abschluss. Fehlt etwas oder steht es an der falschen Stelle, steht genau das in der Auswertung – nicht nur eine Gesamtnote.
Im Browser statt als Download
Es gibt Übungsprogramme, die ein bestimmtes Funkgerätemodell nachbilden und installiert werden müssen. Der Seefunksimulator geht einen anderen Weg: Er läuft im Browser, und statt vorgefertigte Antworten auszuwählen, führst du einen echten Dialog mit einer KI-Gegenstelle.
- Läuft im Browser – keine Installation, kein Download
- Smartphone, Tablet und Desktop
- Auf dem Handy als App zum Startbildschirm hinzufügbar
- Das Notruf-Szenario ist kostenlos und ohne Konto nutzbar
Theorie und Praxis zusammen üben
Neben dem Sprechen gehört zum UBI der Fragenkatalog. Für das volle UBI sind das 130 Fragen. Wer das SRC schon hat, legt nur die Ergänzungsprüfung ab und lernt 79 Fragen. Welches Zeugnis du brauchst, klärt SRC oder UBI?; was das UBI umfasst, steht unter UBI Funkzeugnis.
Was der Simulator nicht ist
Er ist kein Ersatz für die amtliche Prüfung und kein Ersatz für einen Kurs. Er deckt den Teil ab, der sich allein am schlechtesten üben lässt: das wiederholte, laute Sprechen mit Rückmeldung.
Häufige Fragen zum UBI Funksimulator
Gibt es den UBI Funksimulator als App zum Download?
Einen Download gibt es nicht, und du brauchst keinen: Der Simulator läuft im Browser auf Smartphone, Tablet und Rechner. Auf dem Handy lässt er sich als App zum Startbildschirm hinzufügen.
Ist der UBI Funksimulator kostenlos?
Das Notruf-Szenario kannst du kostenlos und ohne Konto üben. Dringlichkeits-, Sicherheits- und Routinemeldungen gehören zum kostenpflichtigen Vollzugang.
Kann ich auch die Bedienung des Funkgeräts üben?
Ja, in vereinfachter Form. Auf dem Desktop zeigt der Simulator ein schematisches Funkgerät: Vor dem Funkspruch wählst du den Kanal, prüfst mit dem Squelch-Regler, ob der Kanal frei ist, und sendest über die Sprechtaste. Auf dem Handy stellst du Kanal, Sendeleistung und Kanalprüfung über Auswahlfelder ein, danach liegt der Fokus ganz auf dem Sprechen. Das Gerät ist bewusst generisch und bildet kein bestimmtes Modell ab.
Ist das ein Funkgerätsimulator?
Teilweise. Der Funkgerätsimulator bildet Kanalwahl, Squelch und Sprechtaste eines UKW-Geräts nach, damit der Ablauf sitzt. Er bildet aber kein bestimmtes Gerätemodell nach, und der Schwerpunkt liegt auf dem gesprochenen Funkspruch samt Auswertung.
Brauche ich ein echtes Funkgerät?
Nein. Du brauchst nur ein Gerät mit Mikrofon. Das Funkgerät im Simulator ist schematisch; das Gerät deiner Prüfungsstelle lernst du am besten im Kurs kennen.
Ersetzt der Simulator einen UBI-Kurs?
Nein. Er ist ein Übungswerkzeug für das Sprechen im Funkverkehr, kein Ersatz für Kurs oder amtliche Prüfung.