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SRC Prüfung – so bereitest du dich richtig vor

Die SRC-Prüfung besteht aus drei Teilen, die unabhängig voneinander bewertet werden: einem englischen Diktat, einem Fragebogen und der praktischen Prüfung am Funkgerät. Die ersten beiden Teile lassen sich durch Lernen erschlagen. Der dritte nicht – dort musst du sprechen, und zwar in einer festen Reihenfolge, unter Zeitdruck und vor einem Prüfer. Diese Seite beschreibt, was verlangt wird und in welcher Reihenfolge du dich sinnvoll vorbereitest.

Was ist die SRC-Prüfung?

Das SRC (Short Range Certificate) ist das international gültige Seefunkzeugnis für den UKW-Sprechfunk auf See und Teil des GMDSS. Abgenommen wird die Prüfung von den Prüfungsausschüssen des DSV (Deutscher Segler-Verband) und des DMYV (Deutscher Motoryachtverband). Geprüft wird nicht, ob du Funktheorie verstanden hast, sondern ob du im Ernstfall ein Funkgerät korrekt bedienst und verstanden wirst.

Für wen ist der SRC-Schein relevant?

Für alle, die ein Sportboot mit UKW-Funkanlage auf See führen – ob fest eingebaut oder als Handfunkgerät. Sobald ein Funkgerät an Bord ist, ist der Schein Pflicht, auch wenn das Gerät ausgeschaltet bleibt. In der Praxis trifft das vor allem Charterschein-Interessenten in Kroatien, Griechenland, auf den Balearen sowie alle, die in Nord- und Ostsee unterwegs sind. Für Binnengewässer gilt stattdessen das UBI – der Unterschied zwischen SRC und UBI ist im Ratgeber erklärt.

Ablauf der Prüfung

Alle drei Teile finden am selben Prüfungstag statt. Bestanden ist die Prüfung erst, wenn alle drei bestanden sind. Der vollständige Prüfungsablauf mit Anmeldung und Prüfungssituationen ist auf einer eigenen Seite beschrieben.

Teil 1: Das englische Diktat

Du hörst einen englischen Seefunktext, schreibst ihn mit und übersetzt ihn ins Deutsche. Der Text stammt aus einem bekannten Satz von 27 Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsmeldungen. Das ist der entscheidende Punkt: Wer die 27 Meldungen kennt, erkennt nach den ersten Wörtern, welche gerade läuft, und kann den Rest sicher ergänzen, statt jedes Wort einzeln zu erkämpfen. Üben lässt sich das im Diktat-Trainer in verschiedenen Geschwindigkeiten; worauf es ankommt, steht unter SRC Diktat.

Teil 2: Der Fragebogen

24 Multiple-Choice-Fragen aus einem Pool von 180, Bearbeitungszeit 30 Minuten, maximal fünf Fehler. Der Pool ist öffentlich, es kommt also nichts Überraschendes. Sinnvolles Ziel: Erst alle Fragen einmal durcharbeiten, danach so lange wiederholen, bis du konstant über 90 Prozent liegst. Der Fragenkatalog-Trainer zeigt dir, welche Fragen du noch nicht sicher beherrschst, statt dich alle 180 immer wieder von vorn durchklicken zu lassen. Die Themen des Katalogs und eine Lernstrategie stehen unter SRC Fragen.

Teil 3: Die praktische Prüfung

Am Funkgerät musst du vier Pflichtaufgaben durchführen und weitere Fertigkeiten nachweisen.

Die vier Pflichtaufgaben:

  1. DSC-Notalarm senden oder empfangen und bestätigen
  2. MAYDAY-Notmeldung aussenden oder einen Notalarm weiterleiten (Distress Relay)
  3. Notverkehr beenden oder einen Fehlalarm aufheben
  4. Dringlichkeits- oder Sicherheitsanruf und -meldung abgeben

Weitere Fertigkeiten: DSC-Speicherabfrage und Empfangsbestätigung, Abwicklung des Notverkehrs, Funkstille gebieten, Routineanruf an eine Küsten- oder Seefunkstelle per DSC, Kanalwechsel und Routineverkehr, DSC-Controller einstellen (MMSI, Position, Zeit).

Typische Funksprüche in der Prüfung

Geprüft werden die drei Dringlichkeitsstufen und der Routineverkehr. Jede hat ihr eigenes Kennwort und ihren eigenen Aufbau – MAYDAY für Not, PAN PAN für Dringlichkeit, SECURITÉ für Sicherheit. Wie diese Meldungen aufgebaut sind, welche Bestandteile in welcher Reihenfolge kommen und was THIS IS und OVER genau bedeuten, steht auf der Seite zu den SRC-Funksprüchen.

Typische Fehler

  • Reihenfolge vertauscht – zuerst der DSC-Notruf auf Kanal 70, danach der Sprachnotruf auf Kanal 16.
  • MAYDAY oder Schiffsname nur einmal genannt statt dreimal.
  • Position vergessen – sie gehört auch dann in die Meldung, wenn DSC sie bereits übertragen hat.
  • Kein OVER am Ende – der Prüfer wartet dann weiter, und die Meldung gilt als unvollständig.
  • Unsicherheit in der DSC-Menüführung – der häufigste Grund, warum eine inhaltlich richtige Prüfung trotzdem wackelt.

Wie man sich sinnvoll vorbereitet

Eine Reihenfolge, die sich in der Praxis bewährt: erst den Fragenkatalog, weil er das Vokabular für alles Weitere liefert. Dann das Diktat, weil es reine Wiederholung ist und im Hintergrund nebenherlaufen kann. Zuletzt und mit dem meisten Zeitanteil die Funksprüche – nicht als Lesestoff, sondern gesprochen.

Das alles lässt sich von zu Hause erledigen; nur die Prüfung selbst nicht. Was dabei online möglich ist und was nicht, ist getrennt erklärt – die amtliche Prüfung legst du in jedem Fall vor Ort ab.

Die Rolle des praktischen Übens

Der Unterschied zwischen „ich weiß, wie ein MAYDAY aufgebaut ist“ und „ich kann ein MAYDAY absetzen“ ist größer, als er beim Lernen wirkt. Beim Lesen ergänzt das Gehirn fehlende Teile automatisch; beim Sprechen fällt sofort auf, was fehlt. Genau deshalb ist lautes Üben mit Rückmeldung der wirksamste Teil der Vorbereitung. Im Funksimulator sprichst du den Funkspruch tatsächlich aus, die KI antwortet als Gegenstelle und wertet anschließend aus, welche Bestandteile du gesagt hast und welche gefehlt haben.

Häufige Fragen zur SRC-Prüfung

Wie schwer ist die SRC-Prüfung?

Die Theorie ist mit regelmäßigem Üben gut machbar – der Fragenkatalog ist bekannt und endlich. Schwierig wird es meist im praktischen Teil: Am Funkgerät zu sprechen ist etwas anderes, als die richtige Antwort anzukreuzen. Wer die Funksprüche vorher nur gelesen hat, gerät in der Prüfung ins Stocken.

Wie lange muss ich für das SRC lernen?

Etwa 15 bis 20 Stunden. Bei einer Stunde pro Tag bist du in zwei bis drei Wochen prüfungsbereit. Der größte Teil davon geht in den Fragenkatalog und in das Diktat; die Funksprüche brauchen vor allem Wiederholung, nicht Zeit am Stück.

Was passiert, wenn ich einen Prüfungsteil nicht bestehe?

Die Teile werden einzeln bewertet. Wer nur in einem Teil durchfällt, wiederholt in der Regel auch nur diesen – die Details regelt der jeweilige Prüfungsausschuss, frage dort vor der Anmeldung nach.

Brauche ich für die Prüfung eigene Funkgeräte-Erfahrung?

Nein, vorausgesetzt wird nichts. Erwartet wird aber, dass du die DSC-Menüführung und den Ablauf der Pflichtaufgaben sicher beherrschst. Genau das lässt sich vorher üben, ohne ein echtes Gerät zu besitzen.

Ist das SRC unbegrenzt gültig?

Ja. Das SRC gilt lebenslang, es gibt keine Nachprüfung und keinen Auffrischungskurs.